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Kambodscha / Singapur 06.12. - 24.12.2012

Kambodscha
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StepMap Kambodscha


Pünktlich zum Urlaubsstart hat es geschneit. Mmmhhh, Schneeflocken und DB, lass uns lieber eine Stunde früher abhauen, Magdeburg - Frankfurt ist schon eine kleine Strecke und wer weiß...? Genau, unser Anschlusszug in Hannover ist ausgefallen. Wir kamen trotzdem pünktlich in Frankfurt an. Dort wartete schon der A380 auf uns. Wahnsinn, das Teil fliegt wirklich. Nach 13 Stunden Flug Ankunft in Singapur, schnell ein Ticket für die Metro gekauft und ab zum Hotel. Das Hotel Econ Inn on the Beach Road entpuppte sich als allerletzte Absteige, schmuddelig und die Tapete kräuselte sich von der Wand. Für eine Nacht zum schnell schlafen sollte es reichen. Dann der nächste Schock. Das Schloss von Daniels Koffer ging nicht mehr auf. Und nun? Nach einer Ehekriese und probieren von ca. 350 Zahlenkombinationen hatten wir das Schloss geknackt. Na der Urlaub fängt ja gut an. Nächsten Morgen ging es zurück zum Flughafen und mit Tiger Airways nach Kambodscha. Mit etwas Verspätung kamen wir in Phnom Penh an. Nach einer Nacht im Hotel Silver River hieß es um 10.00 Uhr Abfahrt mit Mekong Bus Express Richtung Siem Reap. Für die 320 km brauchten wir ca. 6 Stunden. Auf dem Busbahnhof in Siem Reap empfing uns schon ein Tuk Tuk Fahrer, der uns ins Bayon Garden Guesthouse brachte. Dort angekommen fühlten wir uns gleich wie zu Hause. Frank und Tanja kümmern sich rührend um ihre Gäste. Am Abend erhielten wir von Tanja einen Crash-Kurs "Kleine Tempelkunde" und nahmen ihre Empfehlungen zur Besichtigung der Tempel dankend an. Nächten Morgen starteten wir mit Nai unserem netten und ruhigen Tuk-Tuk Fahrer zur großen Tempeltour. Beim Anblick der ersten Tempel kommt man aus dem Staunen gar nicht raus. Man führt sich ständig vor Augen wie alt sie sind und was die Menschen damals geleistet haben. Am Abend fühlten wir uns "erschlagen" von den vielen Eindrücken vom Tag. Die Tempel-Highlights nahmen wir uns für 3. Tag vor. Morgens um 6 Uhr starteten wir zur kleinen Tempelrunde. Ta Prohm (bekannt aus Tomb Raider) stand zuerst auf dem Programm. Dort angekommen, wurden wir für das frühe aufstehen belohnt. Wir waren fast die Einzigen dort. Gegen Mittag erreichten wir die Tempelanlage um den Bayon-Tempel. Dieser ist sehr beeindruckend, aber die Menschenmassen schreckten uns doch ab. Am Nachmittag dann der Höhepunkt: Angkor Wat. Man hat schon so viele Bilder davon gesehen, aber wenn man live davor steht, die Anlage ist riesig und es verschlägt einem die Sprache. Den letzten Tag in Siem Reap haben wir uns ein wenig Land und Leute angeschaut, 2 Tage Hardcore-Tempel-gucken fanden wir als ausreichend. Am 13.12. brachen wir dannzum nächsten Ziel Sihanoukville auf. Da wir keine Lust auf 10-12 Stunden Busfahrt am Stück hatten, legten wir eine Übernachtung auf halber Strecke in der Hauptstadt ein. Der erste Anblick von Sihanoukville schockierte uns, es war dreckig und ich fühlte mich in Bezug auf Sicherheit unwohl. Nachdem einchecken in unser Hotel Grandsihanoukville waren wir positiv überrascht. Die Hotels passen hier irgendwie nicht zum Umfeld. Also schmissen wir erst mal die Koffer ins Zimmer und gingen runter zum Strand um zu überlegen, was wir nun machen. Hier bleiben? Weiterziehen? Wenn ja, wohin? Wir saßen in einer Strandbar mit kalten Getränken in der Hand, da spielte sich folgende Situation ab: Ein paar Tische weiter saß eine einheimische Großfamilie, die gerade mit Essen fertig war. Sie bezahlten, standen auf und einen kleinen Moment später tauchten 3-4 Kinder wie aus dem Nichts auf und machten sich über die Essensreste vom Tisch dieser Großfamilie her. Wir waren geschockt. Wir sind dann den Strand entlang gelaufen und das gerade Gesehene zu verdauen. Dabei fanden wir einen Strandabschnitt, der uns gut gefallen hat und uns dazu bewegte, doch in Sihanoukville zu bleiben. Hier unten hatte man täglich mit Stromausfällen zu rechnen. Abends saß man dann schon mal im Halbdunkel bei Kerzenschein im Restaurant und versuchte die Karten zu lesen. Nach 6 Tagen Strand ging es dann mit Phnom Penh Sorya Transportation im "VIP"-Bus nach Phnom Penh. Naja, der Bus war mehr ALT als VIP. In der Hauptstadt angekommen, wurde uns erst mal bewusst, dass wir über 1000 km mit dem Bus in Kambodscha unterwegs waren. Ist das eine Leistung? In Phnom Penh stand dann kambodschanische Geschichte auf dem Programm. Wir besuchten das Foltergefängnis Toul Sleng in Phnom Penh und Killing Fields in Choeung Ek. Es war unheimlich an den Massengräbern vorbeizulaufen, da teilweise immer noch Knochen, Knochenreste und Stofffetzen aus dem Boden schauen. Nach dem Besuch konnte man erahnen wir grausam Pol Pot und die Roten Khmer in Kambodscha wüteten. Am 22.12.12 waren wir zwar erstens froh den gestrigen Weltuntergang überlegt zu haben, aber zweitens hieß es auch Abschied nehmen von Kambodscha. Nach 2 Nächten im Carton Hotel Singapur starteten wir Heilig Abend Richtung Heimat.